Die beiden Hamburger Abgeordneten konnten in den Haushaltsberatungen für das Jahr 2017 rund 68 Millionen Euro des Bundes für diverse kulturelle Groß- und Kleinprojekte in Hamburg durchsetzen. Hierzu zählen unter anderem der Fernsehturm/Heinrich-Hertz-Turm und die Laieszhalle.

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags hat in der heutigen Bereinigungssitzung den Haushalt für 2017 beschlossen. Der Kulturetat des Bundes wurde in den parlamentarischen Verhandlungen erneut deutlich angehoben, wovon auch Hamburg profitiert:

Dazu die beiden Abgeordneten: „Wir freuen uns, dass wir mit der Unterstützung unserer Kollegen im Haushaltsausschuss zusätzliches Geld für Kultur in ganz Deutschland bereitstellen können. Für Hamburg sind gerade die Sanierung des Heinrich-Hertz-Turms und der Laieszhalle von überragender Bedeutung.“

Heinrich-Hertz-Turm

Der von 1966 bis 1968 erbaute Heinrich-Hertz-Turm ist seit dem Jahr 2001 für den Publikumsbetrieb geschlossen. Zwei Ebenen sollen zur Aussichts- und zur Gastronomienutzung für bis zu 700.000 Besucher im Jahr saniert werden. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags hat hierfür heute rund 18,5 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. Die Stadt Hamburg beteiligt sich zu gleichen Teilen an der Sanierung des Denkmals. Dazu Johannes Kahrs: „Das ist ein großer Tag für Hamburg. Dem Haushaltsausschuss des Bundestags ist es gemeinsam mit unserem Bürgermeister Olaf Scholz gelungen, dass der Fernsehturm wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann. Ich bin stolz wie Bolle, dass uns das gelungen ist.“

Sanierung der Laeiszhalle und ihrer Konzertorgel

Dazu Rüdiger Kruse MdB: „Die Laeiszhalle wurde 1908 als größtes und modernstes Konzerthaus Deutschlands eröffnet – so wie bald auch die Elbphilharmonie. Beides sind Ikonen ihrer Zeit und gemeinsam tragende Säulen der Musikstadt Hamburg. Auch die Beckerath-Konzertorgel im Großen Saal ist Teil der Sanierung. Der Bund beteiligt sich mit einer Zuwendung von 10,75 Millionen Euro.“

Schaugewächshaus

Die Schaugewächshäuser des Botanischen Gartens der Universität Hamburg entstanden zur internationalen Gartenausstellung 1963 und beherbergen auf rund 2.800 qm Pflanzen aus aller Welt. Die Anlage muss aufgrund ihres inzwischen hohen Alters modernisiert und umgestaltet werden, um ihre Attraktivität zu erhalten. Hierfür werden insgesamt 26,3 Mio. Euro veranschlagt. Der Bund wird sich mit 13.150.000 Euro an den Kosten beteiligen.

Helmut-Schmidt-Stiftung

Der Deutsche Bundestag hat am 7. Juli 2016 einstimmig die Gründung einer „Bundeskanzler Helmut-Schmidt-Stiftung“ beschlossen. Sie soll dem Lebenswerk Helmut Schmidts Rechnung tragen und sein Wirken auf zentrale Zukunftsfragen der Außen- und Sicherheitspolitik, der europäischen Integration, des Finanz- und Bankenwesens oder der demographischen Entwicklung spiegeln. Der Hauptsitz der Stiftung wird in Hamburg sein. Der Bund wird die Stiftung mit jährlich 2,575 Mio. Euro finanzieren.

Oberhafen: Vom Güterbahnhof zum Kreativquartier

Der Oberhafen in der östlichen HafenCity wandelt sich derzeit vom ehemaligen Güterbahnhof zu einem Quartier für Akteure aus Kultur und Kreativwirtschaft. Die vorhandenen Gebäude sollen so hergerichtet werden, dass sie einerseits den betrieblichen Ansprüchen der neuen Nutzer genügen und andererseits die gewachsene Atmosphäre der historischen Bauten erhalten. Hierfür werden von Bundesseite 2,4 Millionen Euro aufgewandt.

Sternwarte Bergedorf

Die Hamburger Sternwarte in Bergedorf wurde Anfang des 20. Jahrhunderts als eine der seinerzeit modernsten und größten Sternwarten Europas errichtet. Heute liegen erhebliche Schäden an der baulichen Substanz des Gebäudes vor. Die Sanierung des seit 2008 als Kulturdenkmal mit nationaler Bedeutung klassifizierten Gebäudes kostet 3,15 Mio. Euro. Der Bund beteiligt sich mit 1,575 Mio. Euro an den Maßnahmen.

Reeperbahn Festival

Unter dem Titel „Leuchttürme Musik“ beteiligt sich der Bund in Zukunft stärker an verschiedenen Musikfestivals in Deutschland. Hiervon profitiert auch das Hamburger Reeperbahnfestival mit zusätzlichen 2 Mio. Euro jährlich. Das Festival wird zukünftig um eine Eröffnungsgala, einen anschließenden Wettbewerb, um umfangreiche Bild- und Tonaufnahmen, Werkuraufführungen sowie internationale Spin-Offs erweitert.

Bornemannsches Haus

Mit dem Baujahr 1566 gehört das Bornemannsche Haus in Harburg zu den ältesten Gebäuden der Stadt Hamburg. Die letzte grundlegende Sanierung des Hauses war in den 1950er Jahren – seit 2013 steht es leer. Unter Beachtung des Denkmalschutzes sollen hier für rund 4 Mio. Euro preiswerte Wohnungen für Auszubildende entstehen. Der Bund beteiligt sich mit rund 2 Mio. Euro an den Kosten.

Atelier für Kunst&Stadtentwicklung

Das Atelier für Kunst&Stadtentwicklung im Hamburg Oberhafen versucht in Zusammenarbeit mit Theatrum Mundi diesem Themenfeld einen Ort und Raum in Deutschland zu geben. Internationale Künstler und Planer werden eingeladen, um hier zu arbeiten, gemeinsam Impulse für andere Städte zu bieten und einen kontinuierlichen Diskurs zu Kunst und Stadtentwicklung zu etablieren. Der Bund unterstützt das Projekt mit 600.000 Euro.

TONALi

Mit Wettbewerben, Musikvermittlung und Jugendarbeit begeistert das aus Hamburg agierende Kulturprojekt TONALi jährlich rund 40.000 Kinder und Jugendliche für klassische Musik. Um die Finanzierung des Projektes für die kommenden Jahre auf eine solide Basis zu stellen, werden vom Bund 300.000 Euro bereitgestellt.

Denkmalschutz-Sonderprogramm

Im Rahmen des Denkmalschutz-Sonderprogramms beteiligt sich der Bund u.a. an der Sanierung der „MS Stubnitz“ (875.000 Euro), des „Schoners Undine“ (800.000 Euro), der „Viktoria-Kaserne“/Altona (600.000 Euro), des „Lotsenschoners No. 5“ (400.000), der „Jugendbauhütte“/Bergedorf (400.000 Euro), der „Honigfabrik“/Wilhelmsburg (260.000 Euro), des „Liegers Caesar“ (172.000 Euro), der „Amsinck-Villa“/Eimsbüttel (158.000) und des „Garten Plus – Bondenwald 56“/Eimsbüttel (110.000 Euro).

Alle diese Maßnahmen wurden von allen vier Fraktionen einstimmig im Haushaltsausschuss beschlossen.


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