Am gestrigen Dienstag gab der Bundesgerichtshof eine Entscheidung aus dem April bekannt, in dem ein bi-nationales lesbisches Paar gemeinsam als Eltern anerkannt wurde und das Kind durch die nicht leibliche Mutter auch das Recht auf die deutsche Staatsangehörigkeit hat. Dazu erklärt Johannes Kahrs, Beauftragter der SPD-Bundestagsfraktion für die Belange von Lesben und Schwulen:

Wieder einmal hat ein oberstes Gericht letztinstanzlich klar gestellt, was eigentlich längst bekannt ist: das Kindeswohl hat oberste Priorität, egal ob die Eltern nun gleich- oder verschiedengeschlechtlich sind. Anders jedoch als es CDU-CSU und AfD sehen, ist das Kindeswohl durch zwei Mütter genauso gegeben wie durch Mutter und Vater. Jedes Kind hat das Recht auf stabile familiäre Verhältnisse, so wie auch die Eltern das Recht haben, ihre Familie durch das Gesetz geschützt zu wissen.

Es wird also höchste Zeit, die Lebensrealitäten der Regenbogenfamilien in unserem Land anzuerkennen. Der BGH geht mit gutem Beispiel voran. Er zeigt, dass gerade das Wohl des Kindes der stärkste Grund für gleiche Rechte auf Seiten der Eltern ist. Wer sich also wirklich dem Wohl der Kinder verpflichtet fühlt muss die Ehe öffnen und gleichgeschlechtliche Paare vorbehaltlos als gemeinsame Eltern anerkennen. Nur so kann das Wohl der Kinder aus Regenbogenfamilien die gleiche Wertschätzung erfahren, wie die Kinder heterosexueller Eltern.

Wer diesen Kindern ihr Recht mit Verweis auf ein ominöses Bauchgefühl verweigert, gegenüber Flüchtlingen aber die tolerante, weltoffene deutsche Gesellschaft predigt, macht sich der Heuchelei schuldig. Mein Appell an die Union lautet weiterhin: hören Sie auf mit der Heuchelei und der Diskriminierung von Lesben, Schwulen und ihren Kindern. Öffnen Sie mit uns die Ehe und erkennen Sie die gesellschaftliche Realität in unserem Land an.


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