Anlässlich eines Zwischenrufs von katholischen Unionspolitikern um Bundestagspräsident Norbert Lammert, der eine Aufnahme der Eingetragenen Lebenspartnerschaft in Artikel 6 des Grundgesetzes vorschlägt, erklärt Johannes Kahrs, Beauftragter der SPD-Bundestagsfraktion für die Belange von Lesben und Schwulen:

Beim Poker wäre der Versuch vielleicht als schlechter Bluff durchgegangen. In der Diskussion um die Öffnung der Ehe für Homosexuelle fliegt dieses Kuckucksei umgehend aus dem Nest! Es grenzt schon an eine Frechheit, Lesben und Schwule auf der einen Seite am langen Arm verhungern lassen zu wollen, um „innerparteiliche Meinungsfindungsprozesse” abzuwarten und dann mit einem vermeintlich großzügigen Angebot Sicherheit und Gleichstellung vorgaukeln zu wollen.

Nein, mit uns wird es keine Grundgesetzänderung geben, die die eingetragene Partnerschaft dauerhaft in „Gleichwertigkeit und Unterschiedlichkeit” festschreibt. Für uns Sozialdemokraten gibt es keinen qualitativen Unterschied zwischen Ehe und Lebenspartnerschaft. Wir fordern, ob des neuerlichen, deutlichen Zeichens der Zerrissenheit in der Union, einmal mehr eine Freigabe der Abstimmung über die Öffnung der Ehe im Bundestag. Die SPD bleibt dabei: Wir wollen 100%!


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