Anlässlich des Urteils des Bundesverfassungsgerichtes, daß das Verbot der sogenannten Sukzessivadoption bei Eingetragenen Lebenspartnerschaften gegen das Grundgesetz verstößt, erklärt Johannes Kahrs, MdB, Beauftragter der SPD-Bundestagsfraktion für die Belange von Lesben und Schwulen:

Das Urteil ist ein Sieg für die betroffenen Familien und eine schallende Ohrfeige für Angela Merkel und die Politik von CDU/CSU. Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden, dass das Verbot der Sukzessivadoption, das heißt die Adoption eines von Lebenspartner adoptierten Kindes, gegen die Verfassung verstößt. Heterosexuellen Ehepartnern ist das nicht verboten. Das heißt, dass einem betroffenem Kind bisher die rechtliche Absicherung durch zwei Eltern vorenthalten wurde.

CDU/CSU hatte diese Diskriminierung von Kindern bisher zynisch mit dem Argument des Kindeswohls verteidigt. Nicht nur zynisch, sondern auch beleidigend gegenüber den Eltern: impliziert die Haltung der CDU/CSU doch, daß sie homosexuelle Menschen pauschal für minderwertigere, schlechtere Eltern halten.

Das Bundesverfassungsgericht hat diesem unerträglichen Zustand nun ein Ende gemacht. Es ist zu hoffen, dass nun auch das Verbot der gemeinsamen Adoption, das nicht Gegenstand des Verfahrens war, rasch fällt. Seine Aufrechterhaltung ist jetzt mit nichts mehr zu rechtfertigen. Damit wäre dann auch die Öffnung der Ehe nur mehr noch Formsache. Ich kann nur an Angela Merkel appellieren, endlich die Augen aufzumachen und zu handeln, anstatt immer wieder vom Bundesverfassungsgericht die Verfassungswidrigkeit ihrer Haltung um die Ohren gehauen zu bekommen.

Für Nachfragen: Johannes Kahrs, MdB (SPD): 0177 250 50 50


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