Zu der Absage des “Marsch für Gleichheit” in Kiev erklärt der Beauftragte der SPD-Bundestagsfraktion für die Belange von Lesben und Schwulen, Johannes Kahrs:

In letzter Minute sagten die Veranstalter den für das vergangene Wochenende angekündigten „Marsch für Gleichheit“ ab. Die Behörden hatten „Sicherheitbedenken“ wegen der Unruhen im Osten der Ukraine angemeldet. Man könne nicht für die Sicherheit garantieren, hieß es.

Vor einem Jahr, zum ersten LGBT-Protestzug des Landes, gab es nur wenige Störversuche von Ultrakonservativen. Unruhen im Osten der Ukraine hin oder her, die Hauptstadt ist davon nicht mehr betroffen.
Den Boden des Fasses schlägt aber der Ex-Boxweltmeister und jetzige Bürgermeister von Kiew, Witali Klitschko, aus. Er sagte in einer Stellungnahme zur Absage, es sei nicht die Zeit für „Unterhaltungsveranstaltungen“.

Herr Klitschko scheint den Ernst der Lage für Homosexuelle in der Ukraine zu verkennen. CSDs sind in erster Linie Demonstrationen. Die Einforderung von Menschenrechten – in welcher Form auch immer – ist keine Spaßveranstaltung! Gerade mit Hinblick auf die gewalttätigen Übergriffe auf Schwulentreffpunkte am vergangenen Wochenende rate ich Herrn Klitschko sich lieber um die Sicherheit von LGBT in Kiew zu kümmern, anstatt sie als Karnevallisten zu diskreditieren!


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