In der ersten Mitgliederbefragung zu einem Sachthema stimmten die Mitglieder der Berliner CDU mit einer Mehrheit von 45 Prozent gegen die Öffnung der Ehe für Homosexuelle.

Dazu erklärt Johannes Kahrs, Beauftragter der SPD-Bundestagsfraktion für die Belange von Lesben und Schwulen:

Der Fisch stinkt immer vom Kopf zuerst. So wie sich Angela Merkel schon im Bundestagswahlkampf 2013 und zuletzt im YouTube-Interview und beim Bürgerdialog in Rostock äußerte, ist es kein Wunder, dass der konservative Teil der CDU-Basis dieser Linie gefolgt ist. Den Gedanken, eine liberale Großstadtpartei sein zu wollen, kann die Berliner CDU mit diesem Abstimmungsergebnis nur ein Jahr vor den Abgeordnetenhauswahlen gepflegt vergessen.

Das Ergebnis der Mitgliederbefragung zeigt aber noch einmal deutlich, dass die CDU in der Frage der Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule tief gespalten ist. Die Forderung kann daher nur lauten, eine Abstimmung im Bundestag freizugeben und das im Koalitionsvertrag vereinbarte gemeinsame Stimmverhalten in dieser Frage aufzuheben. Nur so kann auch den 35 Prozent Befürwortern der CDU-Basis die Möglichkeit gegeben werden, ihre Meinung in politische Haltung umzusetzen.


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