Johannes Kahrs, Beauftragter der SPD-Bundestagsfraktion für die Belange von Lesben und Schwulen zum Ergebnis der Familiensynode der Katholischen Kirche in Rom:

„Menschen mit homosexuellen Neigungen müssen mit Respekt und Feingefühl willkommen geheißen werden.” So hieß es vergangene Woche noch in einem Zwischenbericht der Synode der Katholischen Kirche. Auch für Geschiedene sollte ein neuer Umgangston gefunden werden. Im Abschlussbericht ist nun nichts mehr davon zu lesen. Die notwendigen Konsequenzen bleiben leider aus, dies muss sich ändern.

Die Katholische Kirche verweigert sich der Lebensrealität ihrer Gläubigen, die in einer der Synode vorausgegangenen Umfrage mehrheitlich einen liberalen Umgang mit Sexual- und Partnerschaftsfragen bescheinigten. Für die deutsche Katholische Kirche muss diese Entscheidung Konsequenzen haben. Wo Realität und Dogma so weit auseinanderklaffen, ist es nicht länger hinnehmbar, dass Angestellte kirchlicher Träger einem besonderen Arbeitsrecht unterstellt sind. Ich fordere die Deutsche Bischofskonferenz auf, ihre arbeitsrechtliche Haltung zu ändern und Angestellten außerhalb des direkten Verkündigungsdienstes eine Beschäftigung außerhalb der zu verkündenden Lehre zu ermöglichen. Explizit dürfen eine Krankenschwester, ein Altenpfleger oder ein Buchhalter in der Verwaltung nicht darunter leiden, dass eine religiöse Organisation sich der gesellschaftlichen Realität verweigert.


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