Zum für morgen angekündigten Konzert des jamaikanischen Dancehall-Sängers Elephant Man im Hamburger Klub Terrace Hill erklären Johannes Kahrs, Beauftragter der SPD-Bundestagsfraktion für die Belange von Lesben und Schwulen, und Philipp-Sebastian Kühn, Fachsprecher für Schwule und Lesben der SPD-Bürgerschaftsfraktion:

„Es ist traurig, dass es nach Jahren der öffentlichen Aufklärung, nach Einreise- und Auftrittsverboten, nach Indizierung von Tonträgern immer noch Konzertveranstalter und Klubbetreiber gibt, die mit homophoben Dancehall Geld verdienen wollen.

Jamaika ist eines der gefährlichsten Länder für Homosexuelle. Lynchmorde und schwere Misshandlung sind keine Seltenheit. Angefeuert wird die vorherrschende Homophobie immer wieder durch Lieder von Dancehall-Stars wie Beenie Man, Sizzla oder Elephant Man, die in einigen Texten offen zum Mord an Schwulen aufrufen.

Dass Elephant Man sich nun für seine Europatournee verpflichtet hat, keine Songs vorzutragen, die gegen Homosexuelle hetzen, ist lobenswert. Dennoch ist es nicht mehr als ein Feigenblatt: Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Distanzierungen nur für Auslandsauftritte gelten – auf Jamaika werden die volksverhetzenden Lieder weiter vorgetragen. Für das ansonsten tolerante Hamburg ist dieser Auftritt alles andere als ein Ruhmesblatt.

Wir rufen dazu auf, Konzerte von Sängern wie Elephant Man zu boykottieren. Es kann nicht sein, dass solche „Künstler” hierzulande Geld verdienen, um auf Jamaika Hass gegen Schwule zu verbreiten!”


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