Johannes Kahrs, Beauftragter der SPD-Bundestagsfraktion für die Belange von Lesben und Schwulen:

In England und Wales ist das Gesetz zur Öffnung der Ehe für Homosexuelle in Kraft getreten. Schon seit 2005 gab es eine eingetragene Partnerschaft, die auch ein volles Adoptionsrecht beinhaltete. Diese Partnerschaften können ab sofort auf Wunsch in eine Ehe umgewandelt werden. Auch in der Bundesrepublik gibt es eine breite politische und gesellschaftliche Mehrheit für eine Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule.

„Geht doch. Auch als konservativer Regierungschef und gegen die Hardliner in den eigenen Reihen war sich Premierminister David Cameron nicht zu schade, die Ehe-Öffnung voranzutreiben und sie als wichtigen Moment zu bezeichnen, der markiert, dass der Staat nun alle Beziehungen als gleichberechtigt ansieht. Dass Regierungsgebäude in London anlässlich der Gleichstellung symbolisch die Regenbogenfahne hissten, beweist die breite politische Mehrheit, die dieses Anliegen vorangetrieben hat.

Auch in der Bundesrepublik gibt es eine breite politische und gesellschaftliche Mehrheit für eine Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule. Die SPD konnte im Koalitionsvertrag immerhin die vollständige Gleichstellung der eingetragenen Partnerschaft festschreiben. Mit dem von Justizminister Heiko Maas jüngst vorgelegten Gesetzentwurf zur Sukzessivadoption ist ein erster Schritt getan. Ziel muss weiter sein, eine vollständige Gleichstellung für Lesben und Schwule zu erreichen.

Das Beispiel England zeigt, dass auch mit einem konservativen Koalitionspartner mehr möglich ist. Die Ehe für alle kann auch in Deutschland Realität werden.“


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