Kurz vor der Wahl in Hamburg wird es LGBTI-Wählern ein Stück weit einfacher gemacht ihre Wahlentscheidung zu treffen. Die CDU übt sich bei einer Demonstration der „Besorgten Eltern“ in Warnungen vor einer angeblichen Frühsexualisierung von Kindern. Die AfD hält Homosexualität für eine Moralfrage. Dazu erklärt Johannes Kahrs, Beauftragter der SPD-Bundestagsfraktion für die Belange von Lesben und Schwulen:

Es ist ein Trauerspiel, dass eine Partei mit schwulem Spitzenkandidaten aus der dringend gebotenen Aufklärung über sexuelle Identitäten an Schulen ein populistisches Politikum macht, und es zulässt, dass ein Abgeordneter der CDU-Bürgerschaftsfraktion auf einer Demo diesen Lehransatz als „Pornounterricht” diffamiert. Setzen, sechs!

Noch deutlicher fällt allerdings die so genannte “Alternative für Deutschland” als Alternative aus. Sie möchte die Förderung für die Lesbisch-Schwule-Filmtage Hamburg streichen, immerhin eines der größten und renommiertesten Filmfeste Deutschlands. In der Begründung heißt es: die Beeinflussung sittlich-moralischer Werteentscheidungen durch die Finanzierung von Gesinnungsveranstaltungen mit Steuergeldern ist abzulehnen.

Es kann doch nicht angehen, dass nach all den Jahren der Aufklärung und des Fortschrittes immer noch suggeriert werden darf, dass ich mich aufgrund von Beeinflussung für meine Homosexualität entschieden hätte! Sexuelle Identität ist keine Werteentscheidung – die Entscheidung, wo ich meine Kreuze setze, angesichts dieser Aussagen aber schon!


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