Übersicht von Juli 2016

Bundesministerium für Bildung und Forschung

a) Einstieg Deutsch

Mit dem Programm „Einstieg Deutsch“ werden Lernbegleiter und ehrenamtliche Helfer, vor allem auch Zugewanderte mit ausreichenden Sprachkenntnissen, für die Durchführung eines niedrigschwelligen Lernangebotes qualifiziert. In Kooperation von Lernbegleitern und ehrenamtlichen Helfern sollen Flüchtlinge mit guter Bleibeperspektive die Möglichkeit erhalten, rasch Grundlagen in Sprachverstehen und Sprechfähigkeit zu erwerben. Das bundesweite Programm beim Deutschen Volkshochschulverband (DVV) zur Förderung erster Deutschkenntnisse von Flüchtlingen und Asylbewerbern schult rd. 3.200 Freiwillige, die das Lernangebot „Einstieg Deutsch“ für bis zu ca. 35.000 Flüchtlinge pro Jahr anbieten.

b) Lesestart für Flüchtlingskinder

Im Rahmen des Programms „Lesestart für Flüchtlingskinder“ (u. a. Lesestart‐Sets, Lese‐ und Medienbox für die pädagogische Arbeit) können Einrichtungen mit Vorlesepaten und anderen Freiwilligen zusammen arbeiten. Die ehrenamtlichen Kräfte bekommen im Rahmen des Programmes auch professionelle Unterstützung zur Vorbereitung auf ihre Vorlesetätigkeit speziell für Flüchtlingskinder.

c) Welcome – Studierende engagieren sich für Flüchtlinge

Im Hochschulbereich unterstützt das Programm „Welcome – Studierende engagieren sich für Flüchtlinge“ des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) das Engagement studentischer Initiativen und Mentorenprogramme. Gefördert werden Akademische Auslandsämter bzw. International Offices, die studentische Initiativen an ihrer Hochschule bündeln bzw. initiieren. Gefördert werden in erster Linie Hilfskräfte mit koordinierender Funktion zur Unterstützung des ehrenamtlichen Engagements Studierender für Flüchtlinge. Sie engagieren sich in Buddy‐ oder Mentorenprogrammen, bieten kostenfreien Deutschunterricht an, führen über den Campus und in den Studienalltag ein oder beraten in Refugee Law Clinics. Das BMBF finanziert das bislang auf 2016 zeitlich begrenzte Programm.


d) Avicenna‐Studienwerk

Dass vom BMBF geförderte Avicenna‐Studienwerk bildet im Rahmen des Projekts „Unsere Zukunft. Mit Dir!“ interessierte Stipendiatinnen und Stipendiaten zu Flüchtlingslotsen aus. Das Avicenna‐ Studienwerk widmet sich der Förderung begabter und gesellschaftlich engagierter muslimischer Studierender. Das Projekt steht Stipendiaten aller Begabtenförderungswerke offen. Zentrales Merkmal des Projektes ist der Zugang insbesondere der muslimischen Stipendiatinnen und Stipendiaten zu den Geflüchteten aufgrund ihrer Religion, ihrer Sprachkenntnisse und ihrer eigenen persönlichen Erfahrungen. Die Teilnehmenden sollen als Multiplikatoren agieren, Mitmenschen sensibilisieren und zur Unterstützung und Integration von Flüchtlingen mobilisieren.

e) Kultur macht stark

Mit den lokalen Bündnissen für Bildung im BMBF‐Programm „Kultur macht stark“ werden etwa 360.000 Kinder und Jugendliche erreicht. Zielgruppe sind insbesondere Bildungsbenachteiligte von drei bis 18 Jahre. Weiteres Ziel des Programmes ist die Stärkung von bürgerschaftlichen Netzwerken, so bindet das Programm erfolgreich ehrenamtliches Engagement ein. Bezogen auf alle vor Ort eingebundenen Akteure liegt der Anteil der Bündnisse mit Ehrenamtlichen bei rd. 90 Prozent. Die Programmpartner können seit Herbst 2015 zusätzliche Angebote für junge Flüchtlinge durchführen. In den Bildungsbündnissen werden auch verschiedene Sprach‐ und Kulturtechniken vermittelt, vor allem aber werden durch eine Teilnahme Sozialkompetenz und Teamfähigkeit vermittelt. Diese Angebote werden bei Flüchtlingen im Sommer 2016 auch auf die Altersgruppe junger erwachsener Flüchtlinge bis 26 Jahre ausgeweitet, die nicht mehr der allgemeinen Schulpflicht unterliegen.

f) Transferinitiative Kommunales Bildungsmanagement / Kommunale Koordinatoren

Im Rahmen der „Transferinitiative Kommunales Bildungsmanagement“ können sich Kreise und kreis‐ freie Städte beim BMBF um die Förderung von Kommunalen Koordinatorinnen und Koordinatoren bewerben, welche die vor Ort aktiven Bildungs‐ und Weiterbildungsakteure koordinieren, um die Bildungs‐ und Weiterbildungsangebote für die neuzuwandernden Flüchtlinge besser aufeinander abzustimmen. Ziel ist, durch ein optimiertes kommunales Bildungsmanagement die Bildungszugänge für Neuzugewanderte zu verbessern. Dabei werden auch zivilgesellschaftliche Akteure wie etwa Stiftungen, ehrenamtliche Initiativen, Vereine und Verbände systematisch eingebunden. Die ersten Vorhaben sind am 1. Juni 2016 gestartet.


Kommentar hinterlassen