Wer Außergewöhnliches leistet, Verantwortung übernimmt oder hohe persönliche Risiken trägt, der hat ein hohes Gehalt verdient. Heute übersteigt ein Vorstandsgehalt in börsennotierten Unternehmen allerdings im Schnitt mehr als das 50-fache des Durchschnittsverdiensts im Betrieb. Es darf angezweifelt werden, ob diese exorbitanten Gehälter durch eine entsprechende Leistung gerechtfertigt sind. Zumal hohe Zusatzleistungen („Boni“) oft sogar dann noch gezahlt werden, wenn ein Unternehmen wegen Missmanagements Verluste macht und Beschäftigte um ihren Job zittern müssen. Das empfinden viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die hart arbeiten und die sich im Gegensatz zu manchem Top-Manager keine Fehler erlauben dürfen, zu Recht als ungerecht. Mit unserem Gesetzentwurf wollen wir Sozialdemokraten wieder für Maß und Mitte bei der Vergütung von Managern und Vorständen sorgen. Wir müssen endlich die unsägliche Praxis abstellen, dass überhöhte Gehälter von der Steuer absetzbar sind und damit am Ende von allen Steuerzahlern mitbezahlt werden müssen.

Unser Ziel:

  • Eine angemessene Vergütung von Managern mit einem gerechtem Verhältnis zwischen Vorstandgehältern und dem Durchschnittverdienst im Unternehmen
  • Überhöhte Gehälter und Zusatzleistungen müssen von den Eigentümern eines Unternehmens finanziert werden. Sie dürfen nicht mehr wie bisher der Allgemeinheit aufgebürdet werden, indem sie von der Steuer abgesetzt werden.
  • Schlechte Leistungen, die dem Unternehmen, den Beschäftigten oder dem Allgemeinwohl schaden, dürfen nicht mehr länger auch noch honoriert werden.

Unser Vorschlag:

  • Gesamtbezüge eines Vorstandmitglieds (inkl. Gehalt, Gewinnbeteiligungen, Aufwandsentschädigungen, Provisionen, Boni etc.) dürfen nur noch bis maximal 500.000 Euro als Betriebsausgabe steuerlich abgesetzt werden.
  • Ruhebezüge (Pensionen etc.) sollen nicht mehr steuerlich absetzbar sein,sofern sie den Höchstsatz einer Rentenzahlung der gesetzlichen Rentenversicherung übersteigen.
  • Wenn ein Vorstandsmitglied schlechte Leistung erbringt oder gegen Regeln verstößt, soll der Aufsichtsrat künftig das Recht haben, die Vergütung und die Ruhebezüge auch nachträglich herabzusetzen.
  • Über das Vergütungssystem für die Vorstände eines Unternehmens entscheidet künftig nicht mehr allein der Aufsichtsrat, sondern die öffentlich tagende Hauptversammlung. Der Aufsichtsrat macht weiterhin einen Vorschlag, wie hoch die Gesamtbezüge der Vorstände und wie das Verhältnis von Gesamtvergü- tung der Vorstände zum durchschnittlichen Einkommen im Unternehmen ausgestaltet sein sollen. Die Hauptversammlung muss diesem Vorschlag verbindlich zustimmen oder kann diesen ablehnen.

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