Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold beging am Freitag, den 7. März im Kaisersaal des Hamburger Rathaus sein 90-jähriges Bestehen.

Vor fast genau 90 Jahren, am 22.2.1924, wurde der Verein in Magdeburg gegründet – und, was viele nicht wissen, am 28.10.1953 wiedergegründet.

Der Verein nahm dies zum Anlass diesen besonderen Tag in einem besonderen Rahmen zu begehen. Zusammen mit der Hamburger SPD-Bürgerschaftsfraktion, die ebenfalls ihr 95-jähriges Bestehen feierte, fand ein offizielles Programm statt. Die geladenen 150 Gäste aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens konnten in zwei bewegenden Reden Vieles und Interessantes über das Reichsbanner erfahren.

Der SPD-Bundesvorsitzende und Vizekanzler Sigmar Gabriel ging in seinem Vortrag auf die traditionell engen Beziehungen zwischen Partei und Verband ein und verstand es die Bedeutung des Vereins als Republikschutzbund auf die heutigen Verhältnisse zu übertragen. Das Gewaltmonopol des Staates ist heute glücklicher Weise in fester und demokratischer Hand, daher ist es Aufgabe des Reichsbanners in der Bundesrepublik mit Bildungs- und Erinnerungsarbeit die Menschen auf den Wert demokratischer Rechtsstaatlichkeit immer wieder hinzuweisen.

Zweiter Festredner war der Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand (GDW) in Berlin Professor Dr. Johannes Tuchel. Die GDW ist dem Reichsbanner seit langem eng verbunden, viele Mittäter des Widerstands gegen Hitler vom 20. Juli 1944 waren Mitglieder des Reichsbanners und fanden nach dem Scheitern des Putsches den Tod. Professor Tuchel ging fundiert auf die Geschichte und die Bedeutung des Reichsbanners als mit über drei Millionen Mitgliedern größte Massenorganisation der Weimarer Republik ein. Auch für ihn steht fest, dass der Auftrag des Reichsbanners zeitlos ist.

Die Veranstaltung wurde dann mit drei Akten beendet. Zunächst wurde der verstorbenen Mitglieder des Reichsbanners gedacht, wofür sich die anwesenden Gäste erhoben und für eine Gedenkminute inne hielten. Anschließend hatte ich die sehr ehrenvolle Aufgabe, die neue Vereinsfahne des Reichsbanners zu weihen. Der Bundesverband nahm den 90-jährigen Gründungstag zum Anlass dem Verband erstmals nach Kriegsende wieder eine eigene würdevolle Fahne zu stiften. Die Nationalhymne beendete den offiziellen Teil des Abends. Bei Getränken und Häppchen klang der Abend auf Einladung des Vereins im Ratskeller „Das Parlament“ in angenehmer Atmosphäre aus.

Für den Verein ist dieser Abend als voller Erfolg zu bewerten, zahlreiche Gäste zeigten sich erfreut über den Ablauf und Charakter der Veranstaltung. Jung und Alt waren gekommen – selbst Mitglieder des alten Reichsbanners wie Hans Saalfeldt aus Hamburg waren tief beeindruckt. Besonders herzlich danken möchten wir Sigmar Gabriel und Professor Tuchel, die mit ihren Reden dem Abend sein nötiges Fundament gaben. Wir freuen uns auf die 100-Jahr-Feier – das Reichsbanner lebt.


Kommentar hinterlassen